Impressionen aus unseren Archiven

Dokumente aus Chile 06/2016 : Neues

 

Die Familie Leopold und Selma Rosenthal und ihre beiden Kinder Sofia und Alexander gehörten zu den jüdischen Würselener Familien, die die Stadt aus Angst vor den Nazis verließen und emigrierten. Selma Rosenthal, geborene Voss kam am 2. September 1886 in Bissen zur Welt und heiratete 1917 den aus Dortmund stammenden Metzger und Viehhändler Leopold Rosenthal (geb. am 20.9.1889)...

 


 Nur wenig später, am 6. Juli 1917 kam mit Sofia ihr erstes Kind zur Welt, am 22. April 1920 folgte mit Alexander das zweite Kind. Leopold Rosenthal hatte seinen Metzgerladen in der Klosterstr. 2. Den Laden hatte vorher Gottschalk Voss, der Vater von Selma, der 1916 mit 66 Jahren starb. Wahrscheinlich hat Leopold Rosenthal zu diesem Zeitpunkt bei Gottschalk Voss gearbeitet und dort Selma kennengelernt.

Die Familie muss sich 1935 dazu entschieden haben, Würselen zu verlassen. Auch Freunde hatten ihnen dazu geraten, weil der nationalsozialistische Hasse und die Hetze gegen die Deutschen jüdischen Glaubens immer stärker wurde.

Im Nationalarchiv Chiles in Santiago hat die Chilenin Ana Calero für das Kulturarchiv Würselen nach dieser Familie recherchiert und über 130 Dokumente gefunden, u.a. den Reisepass von Selma Rosenthal, den die Stadt Würselen am ausgestellt hatte. Die Einträge im Pass belegen die Stationen der Flucht. Auch Selmas Schwester Bertha Voss floh mit nach Chile.

 

     

Der Reisepass wurde am 31.10.1935 ausgestellt. Der Stempel der Gemeinde Valkenbrug in den Niederlanden trägt das Datim 9.11.1935. In Maastricht wurde beim belgisvchen Konsulat ein Visum erteilt (9.6.1936), die Ankunft in Herbesthal in Belgien ist am  16.6.1936 dokumentiert, der Grenzübertritt nach Frankreich war am 12. Oktober 1936. In Paris erteilte der chilenische Konsul am 29.10.1936 ein Visum für Chile, am 6. November 1936 fand die Einschiffung in La Rochelle an der französischen Altlantikküste statt und am 28.November 1936  kam das Schiff in Santiago de Chile an, wo die Familie chilenischen Boden betrat.

Dort baute sich Leopold Rosenthal erneut eine Existenz als Metzger auf, der Laden befand sich in Santiago in der Avenida Irarrazaval 222.

Das zweite Heft der Broschürenreihe "Schlaglichter" ist in Arbeit. Wenn alles gut läuft, wird es in den ersten Julitagen erscheinen. Das erste Heft zum Thema "Zigarren aus Würselen" hat eine große Resonanz gefunden, die uns ermuntert hat, erneut auf Themensuche in unserer Stadtgeschichte zu gehen...


Die Kulturstiftung Würselen und das Kulturarchiv der Stadt haben ihre Kräfte gebündelt und einen Arbeitskreis „Geschichtswerkstatt“ ins Leben gerufen, dem zunächst (in alphabetischer Reihenfolge) Günter Breuer, Achim Großmann, Dr. Franz Kerff, Heinz Josef Küppers, Norbert Lynen und Gerhard Welper angehören.

Alle haben bereits publiziert und einige sind Autoren von Artikeln dieser Ausgabe. Das Spannende an unserer Arbeit war, dass wir uns austauschen konnten, so dass die Autoren Anregungen und Informationen von den jeweils anderen bekamen.

Zum Inhalt nur so viel:

Sie dachten, Kalkberge gäbe es nur rechts und links der Elchenrather Straße? Sie wussten nicht, dass wir zwischendurch mal „Franzosen“ waren und es in Würselen auch Waffenschmieden gab? Sie wollen mehr wissen über die Lebensumstände in früheren Zeiten? Dann freuen Sie sich auf das nächste Heft.

An dieser Stelle werden Sie auch erfahren, wo das Heft zu bekommen ist.

 

Fotos aus Morsbach 04/2016 : Neues

Drei alte Fotos hat uns Michael Bülles zugeschickt. Hier stellen wir ein Foto vor. Die beiden anderen Fotos finden Sie, wenn Sie auf den "Menupunkt" Pinnwand klicken. Das hier gezeigte Foto ist am 13. November 1932 entstanden anläßlich eines Bezirkspokalspieles von Sparta Würselen gegen Alemannia Aachen, das die Alemannia vor 2.500 Zuschauern 6: 2 gewann. Stehend die Alemannia, knieend die Sparta...


Zwei Spieler sind mit dem Namen zuzuordnen:

Stehend der vierte Spieler von links (nimmt man die Betreuer dazu, der sechste von links) ist Reinhold Münzenberg, der 41. fache Nationalspieler der Alemannia, der auch 8-mal Kapitän der Nationalmannschaft war.

Kniiend der zweite Spieler von rechts ist Johann "Schäng" Bülles.

Es gibt zu diesem Spiel noch Mannschaftsaufstellungen - im Internet nachzulesen:

Die Spieler von Sparta waren vermutlich: Hövelmann - Dassen, Beckers - Schaffrath, Klever, Vonken - Wirtz, Leuchter, Bülles, Reul, Jansen. Die Namen sind aber nicht in dieser Reihenfolge dem Bild zuzuordnen, es ist die Mannschaftsaufstellung.

Die Aufstellung der Alemannia lautete: Zolper - Gummer, Baake ? - Wicke ?, Münzenberg, Franken - Nießen, J. Schnitzler, Benner, Strater ?, Stephan ?.

Wer kann diese Namen den Spielern im Bild zuordnen? Wer kann uns bei der Identifzierung weiterhelfen?

Nachricht bitte an info@kulturarchiv-wuerselen.de

Schlaglichter 04/2016 : Neues

"Schlaglichter" heißt eine neue Publikationsreige zur Heimatgeschichte unserer Stadt. In der ersten Ausgabe hat Achim Großmann begonnen, die Geschichte der Zigarrenindustrie in Würselen aufzuschreiben. Einige wenige Exemplare sind im Kulturarchiv noch erhältlich...


Die Arbeit zu dem Thema Zigarren geht weiter. Inzwischen wurden weitere Unterlagen in Archiven gefunden und zahlreiche Gespräche geführt. Herausgekommen ist eine Fülle von neuen Informationen, die jetzt aufgearbeitet werden.

Inzwischen wird auch an der zweiten Ausgabe von "Schlaglichter" gearbeitet. Ein neues Heft mit Aufsätzen zu verschiedenen Themen ist in Vorbereitung und wird vielleicht noch vor den Sommerferien erscheinen können. Mehr wird noch nicht verraten...